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Notarkosten beim Hauskauf im Kanton Aargau: Das zahlst du 2026

Aktualisiert: 02.07.2026 Lesezeit: 5 Min. Redaktion tabellio.ch

Beim Hauskauf im Kanton Aargau fallen als Richtwert rund 0,77 % des Kaufpreises an Nebenkosten für Beurkundung und Grundbuch an — bei einem Haus für CHF 850'000 also etwa CHF 6'535. Eine Handänderungssteuer kennt der Kanton Aargau nicht mehr. An mehreren Stellen kannst du dabei legal sparen.

Woraus sich die Kosten zusammensetzen

Der Kaufvertrag für ein Grundstück muss von Gesetzes wegen öffentlich beurkundet werden (Art. 216 OR). Im Kanton Aargau übernehmen freiberufliche Notarinnen und Notare die Beurkundung. Der publizierte Tarif ist ein Höchsttarif (Höchsttarif gemäss Dekret (SAR 295.250) — Notare dürfen unterschreiten). Zwei bis drei Offerten einzuholen lohnt sich also. Dazu kommt die Abgabe des Grundbuchamts für die Eigentumsübertragung.

KostenpunktRichtwertBei CHF 850'000
Notariatsgebühr (Beurkundung) § exaktinkl. MWSTCHF 3'135
Grundbuchabgabe (Eigentumsübertragung) § exaktMWST-freiCHF 3'400
HandänderungssteuerentfälltCHF 0
Total Kaufnebenkosten (ohne Hypothek)~ 0,77 %CHF 6'535

Kommt eine Hypothek dazu, fällt zusätzlich die Errichtung oder Übertragung eines Schuldbriefs an — im Kanton Aargau als Richtwert rund 0,2 % der Pfandsumme. Bestehende Schuldbriefe des Verkäufers zu übernehmen statt neue zu errichten, ist deshalb fast immer günstiger.

Rechenbeispiele nach Kaufpreis

KaufpreisNotariatGrundbuchHandänd.-SteuerTotal
CHF 500'000CHF 2'162CHF 2'000CHF 4'162
CHF 850'000CHF 3'135CHF 3'400CHF 6'535
CHF 1'200'000CHF 3'892CHF 4'800CHF 8'692
CHF 1'500'000CHF 4'540CHF 6'000CHF 10'540

So rechnet der Kanton Aargau — auf den Franken

Für den Kanton Aargau rechnet Tabellio nicht mit Richtwerten, sondern mit dem hinterlegten Staffeltarif aus dem Dekret:

StufeSatz
Beurkundung: erste CHF 600'0004 ‰
Beurkundung: CHF 600'001 – CHF 3'000'0002 ‰
Beurkundung: über CHF 3'000'0001 ‰
Grundbuchabgabe (gesamter Wert)4 ‰

Mindestgebühr CHF 300. Maximalgebühr CHF 20'000. Auf die Notariatsgebühr kommen 8,1 % MWST; die Grundbuchabgabe ist MWST-frei (min. CHF 100). Quellen: § 6 Dekret über den Notariatstarif (SAR 295.250); Grundbuchabgabengesetz AG: 4 ‰, min. CHF 100. Stand Juli 2026.

Einordnung Im schweizweiten Vergleich liegt der Kanton Aargau bei den Kaufnebenkosten im günstigeren Drittel (Rang 7 von 26). Am günstigsten ist Zürich (~0,21 % total), am teuersten Waadt (~4,0 %). Den Kanton kannst du dir beim Hauskauf aber nicht aussuchen — beurkunden muss zwingend eine Urkundsperson aus dem Kanton der Liegenschaft (Belegenheitsprinzip).

Legale Spartipps

  1. Mobiliar aus dem beurkundeten Preis ausscheiden. Mitverkaufte Möbel oder Gartengeräte sind nicht beurkundungspflichtig. Bei CHF 20'000 Mobiliar sparst du im Kanton Aargau rund CHF 160. Wichtig: nur echtes Mobiliar, keine fest eingebauten Bestandteile wie die Küche.
  2. Kostenteilung verhandeln. Wer Notar und Grundbuch zahlt, regelt der Kaufvertrag — nicht das Gesetz. Eine hälftige Teilung mit dem Verkäufer ist verbreitet und halbiert deine Rechnung.
  3. Bestehende Schuldbriefe übernehmen. Ein neuer Schuldbrief kostet rund 0,2 % der Pfandsumme — bei CHF 680'000 Hypothek etwa CHF 1'360. Die Übertragung des bestehenden Schuldbriefs ist massiv günstiger.
  4. Offerten einholen. Im Kanton Aargau ist der publizierte Tarif ein Höchsttarif — Notare dürfen unterbieten. Zwei bis drei Offerten vergleichen kann einen erheblichen Teil der Notariatsgebühr sparen.
  5. Guter Standort. Handänderungssteuer 2011 abgeschafft — dieser Kostenpunkt entfällt im Kanton Aargau komplett.
  6. Getilgte Schuldbriefe nie löschen lassen. Ein abbezahlter Schuldbrief kann für eine spätere Hypothek wiederverwendet werden — die Löschung verschenkt die bereits bezahlten Errichtungskosten (Quelle: HEV Schweiz).
  7. Belege aufbewahren — Steuern beim Verkauf senken. Bezahlte Notariats- und Grundbuchgebühren sind bei der Grundstückgewinnsteuer als Anlagekosten anrechenbar und reduzieren den steuerbaren Gewinn beim Wiederverkauf.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Notarkosten beim Hauskauf im Kanton Aargau?

Als Richtwert rund 0,4 % Notariatsgebühr plus 0,4 % Grundbuchabgabe — bei CHF 850'000 Kaufpreis also etwa CHF 6'535 total.

Kann ich einen Notar aus einem anderen Kanton nehmen?

Nein. Für Grundstücke im Kanton Aargau muss eine Urkundsperson dieses Kantons beurkunden (Belegenheitsprinzip). Frei wählbar ist der Notar nur bei ortsungebundenen Geschäften wie Firmengründungen, Erb- oder Eheverträgen.

Wer bezahlt den Notar — Käufer oder Verkäufer?

Verhandlungssache. Üblich ist die hälftige Teilung der Notariats- und Grundbuchkosten; die Regelung wird im Kaufvertrag festgehalten.

Gibt es im Kanton Aargau eine Handänderungssteuer?

Nein. Handänderungssteuer 2011 abgeschafft. Beim Hauskauf fallen nur Notariatsgebühr und Grundbuchabgabe an.

Kann ich die Notar- und Grundbuchgebühren von den Steuern abziehen?

Nicht von der Einkommenssteuer — aber beim späteren Verkauf: Bezahlte Notariats- und Grundbuchgebühren gelten bei der Grundstückgewinnsteuer als Anlagekosten und reduzieren den steuerbaren Gewinn. Deshalb alle Belege dauerhaft aufbewahren.

Was kostet der Schuldbrief für die Hypothek?

Für die Errichtung eines neuen Schuldbriefs fallen im Kanton Aargau als Richtwert rund 0,2 % der Pfandsumme an (Beurkundung + Grundbuch). Bestehende Schuldbriefe des Verkäufers zu übernehmen ist deutlich günstiger.

Quellen & Stand Richtwerte, Stand Juli 2026. Grundlagen: Preisüberwacher — kantonale Notariatstarife, ESTV — Steuerdossier Handänderungssteuer, hausinfo.ch sowie kantonale Tarifdekrete. Massgebend ist immer der amtliche Tarif; verbindliche Auskunft gibt die Urkundsperson.
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