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Notarkosten beim Hauskauf im Kanton Genf: Das zahlst du 2026

Aktualisiert: 02.07.2026 Lesezeit: 5 Min. Redaktion tabellio.ch

Beim Hauskauf im Kanton Genf fallen als Richtwert rund 3,95 % des Kaufpreises an Nebenkosten für Beurkundung, Grundbuch und Handänderungssteuer an — bei einem Haus für CHF 850'000 also etwa CHF 33'575. An mehreren Stellen kannst du dabei legal sparen.

Woraus sich die Kosten zusammensetzen

Der Kaufvertrag für ein Grundstück muss von Gesetzes wegen öffentlich beurkundet werden (Art. 216 OR). Im Kanton Genf übernehmen freiberufliche Notarinnen und Notare die Beurkundung. Der Tarif ist per Dekret fixiert — jeder Notar im Kanton verrechnet für die Beurkundung dieselbe Gebühr. Dazu kommt die Abgabe des Grundbuchamts für die Eigentumsübertragung sowie die Handänderungssteuer.

KostenpunktRichtwertBei CHF 850'000
Notariatsgebühr (Beurkundung)~ 0,7 %CHF 5'950
Grundbuchabgabe (Eigentumsübertragung)~ 0,25 %CHF 2'125
Handänderungssteuer *~ 3,0 %CHF 25'500
Total Kaufnebenkosten (ohne Hypothek)~ 3,95 %CHF 33'575

* Hauptwohnsitz: Casatax-Abzug von CHF 20'616 bis Kaufpreis CHF 1'394'928 (Art. 8A LDE GE, Stand 2026).

Kommt eine Hypothek dazu, fällt zusätzlich die Errichtung oder Übertragung eines Schuldbriefs an — im Kanton Genf als Richtwert rund 0,25 % der Pfandsumme. Bestehende Schuldbriefe des Verkäufers zu übernehmen statt neue zu errichten, ist deshalb fast immer günstiger.

Rechenbeispiele nach Kaufpreis

KaufpreisNotariatGrundbuchHandänd.-SteuerTotal
CHF 500'000CHF 3'500CHF 1'250CHF 15'000CHF 19'750
CHF 850'000CHF 5'950CHF 2'125CHF 25'500CHF 33'575
CHF 1'200'000CHF 8'400CHF 3'000CHF 36'000CHF 47'400
CHF 1'500'000CHF 10'500CHF 3'750CHF 45'000CHF 59'250
Einordnung Im schweizweiten Vergleich liegt der Kanton Genf bei den Kaufnebenkosten im teureren Drittel (Rang 24 von 26). Am günstigsten ist Zürich (~0,21 % total), am teuersten Waadt (~4,0 %). Den Kanton kannst du dir beim Hauskauf aber nicht aussuchen — beurkunden muss zwingend eine Urkundsperson aus dem Kanton der Liegenschaft (Belegenheitsprinzip).

Legale Spartipps

  1. Mobiliar aus dem beurkundeten Preis ausscheiden. Mitverkaufte Möbel oder Gartengeräte sind nicht beurkundungspflichtig. Bei CHF 20'000 Mobiliar sparst du im Kanton Genf rund CHF 790. Wichtig: nur echtes Mobiliar, keine fest eingebauten Bestandteile wie die Küche.
  2. Kostenteilung verhandeln. Wer Notar und Grundbuch zahlt, regelt der Kaufvertrag — nicht das Gesetz. Eine hälftige Teilung mit dem Verkäufer ist verbreitet und halbiert deine Rechnung.
  3. Bestehende Schuldbriefe übernehmen. Ein neuer Schuldbrief kostet rund 0,25 % der Pfandsumme — bei CHF 680'000 Hypothek etwa CHF 1'700. Die Übertragung des bestehenden Schuldbriefs ist massiv günstiger.
  4. Casatax-Abzug beantragen. Beim Hauptwohnsitz im Kanton Genf reduziert sich die Steuer um CHF 20'616, sofern der Kaufpreis höchstens CHF 1'394'928 beträgt (Stand 2026, jährlich indexiert).
  5. Familieninterne Übertragung? Erbgang, Übertragungen unter Ehegatten und an Nachkommen sind bei der Handänderungssteuer in den meisten Kantonen befreit oder stark ermässigt — vor einem "normalen" Verkauf in der Familie unbedingt prüfen (Erbvorbezug/gemischte Schenkung als Alternative).
  6. Getilgte Schuldbriefe nie löschen lassen. Ein abbezahlter Schuldbrief kann für eine spätere Hypothek wiederverwendet werden — die Löschung verschenkt die bereits bezahlten Errichtungskosten (Quelle: HEV Schweiz).
  7. Belege aufbewahren — Steuern beim Verkauf senken. Bezahlte Notariats- und Grundbuchgebühren sind bei der Grundstückgewinnsteuer als Anlagekosten anrechenbar und reduzieren den steuerbaren Gewinn beim Wiederverkauf.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Notarkosten beim Hauskauf im Kanton Genf?

Als Richtwert rund 0,7 % Notariatsgebühr plus 0,25 % Grundbuchabgabe und 3,0 % Handänderungssteuer — bei CHF 850'000 Kaufpreis also etwa CHF 33'575 total.

Kann ich einen Notar aus einem anderen Kanton nehmen?

Nein. Für Grundstücke im Kanton Genf muss eine Urkundsperson dieses Kantons beurkunden (Belegenheitsprinzip). Frei wählbar ist der Notar nur bei ortsungebundenen Geschäften wie Firmengründungen, Erb- oder Eheverträgen.

Wer bezahlt den Notar — Käufer oder Verkäufer?

Verhandlungssache. Üblich ist die hälftige Teilung der Notariats- und Grundbuchkosten; die Regelung wird im Kaufvertrag festgehalten.

Gibt es im Kanton Genf eine Handänderungssteuer?

Ja, als Richtwert rund 3,0 % des Kaufpreises (Casatax: Abzug CHF 20'616 beim Hauptwohnsitz bis Kaufpreis CHF 1'394'928 (Stand 2026, indexiert)). Beim Hauptwohnsitz greift zudem der Casatax-Abzug.

Kann ich die Notar- und Grundbuchgebühren von den Steuern abziehen?

Nicht von der Einkommenssteuer — aber beim späteren Verkauf: Bezahlte Notariats- und Grundbuchgebühren gelten bei der Grundstückgewinnsteuer als Anlagekosten und reduzieren den steuerbaren Gewinn. Deshalb alle Belege dauerhaft aufbewahren.

Was kostet der Schuldbrief für die Hypothek?

Für die Errichtung eines neuen Schuldbriefs fallen im Kanton Genf als Richtwert rund 0,25 % der Pfandsumme an (Beurkundung + Grundbuch). Bestehende Schuldbriefe des Verkäufers zu übernehmen ist deutlich günstiger.

Quellen & Stand Richtwerte, Stand Juli 2026. Grundlagen: Preisüberwacher — kantonale Notariatstarife, ESTV — Steuerdossier Handänderungssteuer, hausinfo.ch sowie kantonale Tarifdekrete. Massgebend ist immer der amtliche Tarif; verbindliche Auskunft gibt die Urkundsperson.
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