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Notarkosten beim Hauskauf im Kanton Zug: Das zahlst du 2026

Aktualisiert: 02.07.2026 Lesezeit: 5 Min. Redaktion tabellio.ch

Beim Hauskauf im Kanton Zug fallen als Richtwert rund 0,22 % des Kaufpreises an Nebenkosten für Beurkundung und Grundbuch an — bei einem Haus für CHF 850'000 also etwa CHF 1'870. Eine Handänderungssteuer kennt der Kanton Zug nicht. An mehreren Stellen kannst du dabei legal sparen.

Woraus sich die Kosten zusammensetzen

Der Kaufvertrag für ein Grundstück muss von Gesetzes wegen öffentlich beurkundet werden (Art. 216 OR). Der Kanton Zug kennt ein gemischtes System aus amtlichen und freiberuflichen Urkundspersonen. Die Gebühren sind tariflich fixiert. Dazu kommt die Abgabe des Grundbuchamts für die Eigentumsübertragung.

KostenpunktRichtwertBei CHF 850'000
Notariatsgebühr (Beurkundung)~ 0,12 %CHF 1'020
Grundbuchabgabe (Eigentumsübertragung)~ 0,1 %CHF 850
HandänderungssteuerentfälltCHF 0
Total Kaufnebenkosten (ohne Hypothek)~ 0,22 %CHF 1'870

Kommt eine Hypothek dazu, fällt zusätzlich die Errichtung oder Übertragung eines Schuldbriefs an — im Kanton Zug als Richtwert rund 0,2 % der Pfandsumme. Bestehende Schuldbriefe des Verkäufers zu übernehmen statt neue zu errichten, ist deshalb fast immer günstiger.

Rechenbeispiele nach Kaufpreis

KaufpreisNotariatGrundbuchHandänd.-SteuerTotal
CHF 500'000CHF 600CHF 500CHF 1'100
CHF 850'000CHF 1'020CHF 850CHF 1'870
CHF 1'200'000CHF 1'440CHF 1'200CHF 2'640
CHF 1'500'000CHF 1'800CHF 1'500CHF 3'300
Einordnung Im schweizweiten Vergleich liegt der Kanton Zug bei den Kaufnebenkosten im günstigeren Drittel (Rang 3 von 26). Am günstigsten ist Zürich (~0,21 % total), am teuersten Waadt (~4,0 %). Den Kanton kannst du dir beim Hauskauf aber nicht aussuchen — beurkunden muss zwingend eine Urkundsperson aus dem Kanton der Liegenschaft (Belegenheitsprinzip).

Legale Spartipps

  1. Mobiliar aus dem beurkundeten Preis ausscheiden. Mitverkaufte Möbel oder Gartengeräte sind nicht beurkundungspflichtig. Bei CHF 20'000 Mobiliar sparst du im Kanton Zug rund CHF 44. Wichtig: nur echtes Mobiliar, keine fest eingebauten Bestandteile wie die Küche.
  2. Kostenteilung verhandeln. Wer Notar und Grundbuch zahlt, regelt der Kaufvertrag — nicht das Gesetz. Eine hälftige Teilung mit dem Verkäufer ist verbreitet und halbiert deine Rechnung.
  3. Bestehende Schuldbriefe übernehmen. Ein neuer Schuldbrief kostet rund 0,2 % der Pfandsumme — bei CHF 680'000 Hypothek etwa CHF 1'360. Die Übertragung des bestehenden Schuldbriefs ist massiv günstiger.
  4. Guter Standort. Keine Handänderungssteuer — Gebühren teils nach Aufwand — dieser Kostenpunkt entfällt im Kanton Zug komplett.
  5. Getilgte Schuldbriefe nie löschen lassen. Ein abbezahlter Schuldbrief kann für eine spätere Hypothek wiederverwendet werden — die Löschung verschenkt die bereits bezahlten Errichtungskosten (Quelle: HEV Schweiz).
  6. Belege aufbewahren — Steuern beim Verkauf senken. Bezahlte Notariats- und Grundbuchgebühren sind bei der Grundstückgewinnsteuer als Anlagekosten anrechenbar und reduzieren den steuerbaren Gewinn beim Wiederverkauf.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Notarkosten beim Hauskauf im Kanton Zug?

Als Richtwert rund 0,12 % Notariatsgebühr plus 0,1 % Grundbuchabgabe — bei CHF 850'000 Kaufpreis also etwa CHF 1'870 total.

Kann ich einen Notar aus einem anderen Kanton nehmen?

Nein. Für Grundstücke im Kanton Zug muss eine Urkundsperson dieses Kantons beurkunden (Belegenheitsprinzip). Frei wählbar ist der Notar nur bei ortsungebundenen Geschäften wie Firmengründungen, Erb- oder Eheverträgen.

Wer bezahlt den Notar — Käufer oder Verkäufer?

Verhandlungssache. Üblich ist die hälftige Teilung der Notariats- und Grundbuchkosten; die Regelung wird im Kaufvertrag festgehalten.

Gibt es im Kanton Zug eine Handänderungssteuer?

Nein. Keine Handänderungssteuer — Gebühren teils nach Aufwand. Beim Hauskauf fallen nur Notariatsgebühr und Grundbuchabgabe an.

Kann ich die Notar- und Grundbuchgebühren von den Steuern abziehen?

Nicht von der Einkommenssteuer — aber beim späteren Verkauf: Bezahlte Notariats- und Grundbuchgebühren gelten bei der Grundstückgewinnsteuer als Anlagekosten und reduzieren den steuerbaren Gewinn. Deshalb alle Belege dauerhaft aufbewahren.

Was kostet der Schuldbrief für die Hypothek?

Für die Errichtung eines neuen Schuldbriefs fallen im Kanton Zug als Richtwert rund 0,2 % der Pfandsumme an (Beurkundung + Grundbuch). Bestehende Schuldbriefe des Verkäufers zu übernehmen ist deutlich günstiger.

Quellen & Stand Richtwerte, Stand Juli 2026. Grundlagen: Preisüberwacher — kantonale Notariatstarife, ESTV — Steuerdossier Handänderungssteuer, hausinfo.ch sowie kantonale Tarifdekrete. Massgebend ist immer der amtliche Tarif; verbindliche Auskunft gibt die Urkundsperson.
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