Erbschafts- und Schenkungssteuer Uri: Tarife, Befreiungen und Rechner 2026

Aktualisiert: 13.07.2026Lesezeit: 6 Min.Redaktion tabellio.ch

Für Uri gilt 2026: Erbschaftssteuer vorhanden und Schenkungssteuer vorhanden. Ob tatsächlich eine Belastung entsteht, hängt von Beziehung, Erwerbswert, früheren Zuwendungen und der richtigen Steuerhoheit ab.

Kurzantwort für Uri

ErbschaftSteuer vorhandenSteuerfrei für Kinder im Standardfall.
SchenkungSteuer vorhandenSteuerfrei für Kinder im Standardfall.
GemeindeKeine ZusatzsteuerKeine kommunale Zusatzsteuer.

Proportionale Sätze 8 %, 12 % oder 24 %. CHF 15’000; Steuerbeträge unter CHF 100 werden nicht erhoben.

Datenperiode 2025/2026 · kantonal geprüft am 13.07.2026

Erbschaft und Schenkung getrennt prüfen

Eine Erbschaft kann in Uri als Erwerb des einzelnen Empfängers besteuert werden. Beziehung, Nettoanteil, Abzug und Tarif müssen pro Erben oder Vermächtnisnehmer erfasst werden. Bei einer Schenkung gelten grundsätzlich dieselben kantonalen Anknüpfungspunkte, aber Freigrenzen, Meldeverfahren und der massgebende Zeitpunkt können von der Erbschaft abweichen.

Der Vermögensanfall selbst ist von der direkten Bundessteuer auf dem Einkommen ausgenommen. Das bedeutet nicht, dass kantonal keine Erbschafts- oder Schenkungssteuer anfällt. Nach dem Erwerb werden Vermögen und künftige Erträge wieder ordentlich deklariert.

Befreiungen und Beziehungsklassen in Uri

EmpfängerErbschaftSchenkung / Erbvorbezug
Ehegatte / eidgenössisch eingetragene PartnerschaftSteuerfreiEhegatten und eingetragene Partner sind befreit.SteuerfreiEhegatten und eingetragene Partner sind befreit.
Kind / direkter NachkommeSteuerfreiVerwandte in absteigender Linie sowie Adoptiv- und Stiefkinder sind befreit.SteuerfreiVerwandte in absteigender Linie sowie Adoptiv- und Stiefkinder sind befreit.
ElternteilSteuerfreiVerwandte in aufsteigender Linie sind befreit.SteuerfreiVerwandte in aufsteigender Linie sind befreit.
GeschwisterSteuerpflichtigGeschwister und Stiefgeschwister: 8 % nach CHF 15’000 Abzug.SteuerpflichtigGeschwister und Stiefgeschwister: 8 % nach CHF 15’000 Abzug.
KonkubinatspartnerSteuerfreiBei gemeinsamen minderjährigen Kindern oder mindestens fünf Jahren gemeinsamem Haushalt mit gleichem Steuerdomizil steuerfrei.SteuerfreiBei gemeinsamen minderjährigen Kindern oder mindestens fünf Jahren gemeinsamem Haushalt mit gleichem Steuerdomizil steuerfrei.
Nicht verwandte PersonSteuerpflichtigNichtverwandte Personen: 24 % nach CHF 15’000 Abzug.SteuerpflichtigNichtverwandte Personen: 24 % nach CHF 15’000 Abzug.

Die erste Tabelle zeigt sechs häufige Standardsituationen. Begriffe wie Stiefkind, Pflegekind, Grosseltern, Neffen und Nichten oder Schwiegerverhältnis dürfen nicht automatisch der Zeile «nicht verwandt» zugeordnet werden. Bei Konkubinat sind die gesetzliche Dauer, gemeinsamer Haushalt, gleicher Steuerwohnsitz und weitere Nachweise im Einzelfall zu belegen.

Weitere Verwandtschaftsgrade

BeziehungKantonale Einordnung 2026
Tanten, Onkel und Geschwisternachkommen12 % nach CHF 15’000 Abzug.
Adoptiv- und StiefkinderWie die direkte Linie steuerfrei.
Nichtverwandte24 % nach CHF 15’000 Abzug; Rundung und Mindeststeuer beachten.

Die erweiterte Matrix dient der richtigen Tarifzuordnung. Wo ein progressiver Tarif, eine Parentel, ein Zuschlag oder eine Gemeinde beteiligt ist, bleibt für den Frankenbetrag das vollständige amtliche Barème massgebend.

Tarif, Abzüge und Gemeindeebene

Tarif: Proportionale Sätze 8 %, 12 % oder 24 %.

Abzüge und Grenzen: CHF 15’000; Steuerbeträge unter CHF 100 werden nicht erhoben.

Gemeinde: Keine kommunale Zusatzsteuer. Es besteht keine separate kommunale Zusatzsteuer. Eine Beteiligung der Gemeinden am kantonalen Ertrag ändert den Betrag für den Empfänger nicht.

Freibetrag ist nicht FreigrenzeEin Freibetrag reduziert nur die steuerbare Bemessungsgrundlage. Bei einer Freigrenze kann nach deren Überschreitung der gesamte Erwerb steuerbar werden. Ausserdem werden Zuwendungen je nach Kanton über mehrere Jahre zusammengerechnet oder ein Abzug nur einmal gewährt.

Welcher Kanton darf besteuern?

Urner Grundstücke und Grundstücksrechte folgen dem Belegenheitsort; sonst gilt der letzte Wohnsitz beziehungsweise Wohnsitz des Schenkers.

Für Geld, Wertschriften, Fahrzeuge, Kunst und Beteiligungen ist bei einer Erbschaft grundsätzlich der letzte steuerrechtliche Wohnsitz des Erblassers massgebend; bei einer Schenkung der Wohnsitz des Schenkers. Grundstücke folgen dem Belegenheitsprinzip. Der Wohnort des Empfängers entscheidet im rein schweizerischen Standardfall nicht allein über die primäre Steuerhoheit.

Bei mehreren Grundstückkantonen oder einem Wegzug kurz vor Tod beziehungsweise Schenkung braucht es zuerst eine Vermögens- und Zuständigkeitsmatrix. Erst danach darf der Tarif angewendet werden.

Immobilie, Notariat und Grundbuch

Eine Grundstücksübertragung ist von der Steuerberechnung zu trennen. Der Notar beziehungsweise die zuständige Urkundsperson erstellt die formgültige Urkunde und koordiniert je nach Kanton Meldungen. Das Grundbuch vollzieht den Eigentumswechsel. Die Erbschafts- oder Schenkungssteuer veranlagt dagegen die zuständige Steuerbehörde.

Zusätzlich können Grundstückgewinnsteuer, Handänderungsabgabe, Notariats- und Grundbuchkosten sowie die Ablösung oder Übernahme von Hypotheken relevant sein. Wohnrecht, Nutzniessung, Schuldübernahme oder ein Preis unter Verkehrswert verändern die steuerliche Bewertung. Eine automatische Notariatsmeldung ersetzt die eigene Anzeige- oder Deklarationspflicht nur, wenn das kantonale Recht dies ausdrücklich vorsieht.

Deklaration und Unterlagen

Für eine belastbare Prüfung gehören mindestens Vertrag oder letztwillige Verfügung, Erbenbescheinigung, Verwandtschafts- oder Partnerschaftsnachweis, Zahlungsbelege, frühere Schenkungen, Bewertungen, Grundbuchauszug und übernommene Schulden in dasselbe Dossier. Bei Unternehmen kommen Bewertungsunterlagen, Beteiligungsquote, Fortführungsplan und Bedingungen eines möglichen Unternehmensprivilegs hinzu.

  1. Steuerhoheit und Ereigniszeitpunkt festhalten.
  2. Gesamten Erwerb und frühere Zuwendungen derselben Personen erfassen.
  3. Beziehungsklasse und sämtliche Voraussetzungen belegen.
  4. Verkehrs- oder Spezialwert nach kantonalem Recht bestimmen.
  5. Anzeige, Inventar oder Steuererklärung fristgerecht einreichen.
  6. Veranlagung auf Abzug, Tarif, Gemeinde und Doppelzählungen kontrollieren.

Rechenbeispiel Uri

Beispiel: Eine Schwester oder ein Bruder erbt CHF 500'000. Aus Satz und Standardabzug ergibt sich ein kantonaler Orientierungswert von CHF 38'800. Tarif-Richtwert für den dargestellten Standardfall; frühere Zuwendungen, bereits verbrauchte Abzüge, Steueranrechnungen und Sonderabzüge sind nicht vollständig erfasst. Der Wert ist deshalb keine definitive Steuerrechnung.

Das Beispiel verwendet bewusst eine standardisierte Geschwister-Erbschaft. Es deckt keine frühere Schenkung, Bedürftigkeit, Unternehmensnachfolge, Nutzniessung, ausländische Steueranrechnung oder besondere Verwandtschaftsklasse ab. Für die eigene Konstellation kann der Rechner mit UR vorausgewählt geöffnet werden.

Diese Punkte müssen amtlich bestätigt werden

Die Quellenhierarchie dieser Seite ist bewusst transparent: neuere kantonale Gesetze und Verwaltungsinformationen gehen der zentralen ESTV-Übersicht vor. Politische Vorlagen oder angekündigte Reformen werden erst nach Inkrafttreten als geltendes Recht eingerechnet.

Steuerfall UR prüfen

Kanton, Beziehung, Vorgang und Betrag sind bereits vorbereitet. Das Ergebnis zeigt seine Datenqualität direkt an.

Rechner für Uri öffnen →

Häufige Fragen

Gibt es in Uri eine Erbschaftssteuer?

Ja. Eine persönliche Befreiung kann die Steuer dennoch auf null reduzieren. Tarif, Beziehung und Nettoerwerb sind getrennt zu prüfen.

Gibt es in Uri eine Schenkungssteuer?

Ja. Freigrenzen, Abzüge, Aggregation und Meldepflicht richten sich nach kantonalem Recht.

Sind Kinder in Uri steuerfrei?

Verwandte in absteigender Linie sowie Adoptiv- und Stiefkinder sind befreit.

Welche Behörde ist für eine Immobilie in Uri zuständig?

Für die Erbschafts- oder Schenkungssteuer auf dem Grundstück grundsätzlich Uri als Belegenheitskanton. Notariat, Grundbuch und weitere Grundstücksteuern sind separate Verfahren.

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